Helmetalbahn

Geplante Gedenkstätte „Helmetalbahn“

Osterode am Harz

Die Helmetalbahn im Harz wurde 1944/45 durch 3000 Zwangsarbeiter erbaut. Etwa die Hälfte von Ihnen wurde durch die unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen sowie durch die Todesmärsche ermordet. Jetzt ermittelt die LEB, ob sich ein Gedenkweg, eine Gedenkstätte oder eine Mischform realisieren lässt. Der Kreistag wird darüber entscheiden.

Während der Endphase des Zweiten Weltkrieges wurde die Helmetalbahn als Umgehungsstrecke der Hauptbahnstrecke, die für die intensivierten Rüstungstransporte gebraucht wurde, durch den Harz geplant und 1944/45 durch die Zwangsarbeit von etwa 3000 Insassen des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora zum Teil fertig gestellt. Die Gefangenen wurden in dieser Zeit in sechs Außenlagern entlang der Strecke untergebracht, in Osterhagen, Nüxei, Mackenrode, Ellrich, Günzerode und Wieda. Etwa die Hälfte von ihnen kam durch die katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen ums Leben oder wurde durch Erschießungen und auf den Todesmärschen nach Auflösung der Konzentrationslager ermordet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die Bahnstrecke über die innerdeutsche Grenze. Deshalb wurde sie nie in Betrieb genommen, sondern wieder zurückgebaut.

Die Trasse führt von Nordhausen in Thüringen bis Osterhagen. Aufgrund der Boden- und Landschaftsverhältnisse wurde ein Berg- und ein Talgleis geplant. Auf niedersächsischer Seite bzw. im Landkreis Göttingen befindet sich das insgesamt 4 km lange Teilstück um Mackenrode bis Osterhagen.

Vielen Einwohner*innen und den allermeisten Besucher*innen der Urlaubsregion ist dieser Teil der Vergangenheit weitgehend unbekannt. Daher verstehen wir es als identitätsstiftend, die Helmetalbahn als einen Mosaikstein der regionalen Geschichte kennen und begreifen zu lernen.

Informationsveranstaltung für alle Interessierten:
11. November 2020, um 18.00 Uhr
Dorfgemeinschaftshaus in Osterhagen (Weilroder Weg 5, 37431 Bad Lauterberg)

 

Die Machbarkeitsstudie

Im Ergebnis wird die Machbarkeitsstudie mehrere Vorschläge liefern, die dem Kreistag zur Entscheidung vorgelegt werden können. Diese Vorschlagsvarianten beinhalten die Möglichkeit eines Gedenkweges, einer Gedenkstätte, einer Mischform sowie eventuell einer alternativen Nutzungsidee, welche sich aus den Arbeiten in der Machbarkeitsstudie ergeben kann. Arbeitsschritte zu einer didaktischen Ausgestaltung werden jeweils vorgestellt. Darüber hinaus wird ein Konzept entwickelt, welches auch die resultierenden Erhaltungskosten und sonstigen finanziellen Aufwendungen beleuchtet und Möglichkeiten entwickelt, wie diese getragen werden könnten.

Um all diese Ergebnisse liefern zu können, sind detaillierte Arbeitsschritte, wie z.B. die Klärung von Eigentumsverhältnissen, der Kontakt mit Eigentümern und Anliegern, der Kontakt mit ehrenamtlichen Einrichtungen als möglichen Kooperationspartnern, die Kostenermittlung für die Durchführungsvarianten usf. vorgeschaltet notwendig.

Unterstützt wird diese Projekt von den Gemeinden Bad Lauterberg, Bad Sachsa und Walkenried sowie durch den Landkreis Göttingen und die LEADER-Region Osterode am Harz.

 

„Wenn ein Volk aber versucht, in und mit seiner Geschichte zu leben, dann ist es gut beraten, in und mit seiner ganzen Geschichte zu leben, und nicht nur mit ihren guten und erfreulichen Teilen.“

[Zit.: Roman Herzog; Rede als Bundespräsident: "Die Zukunft der Erinnerung", 27.1.1999]

 

 

Projektleitung und Ansprechpartnerin:
Jascha Jennrich (Päd. Mitarbeiterin)
LEB in Niedersachsen e. V., Regionalbüro Südniedersachsen – Bildungszentrum Osterode
Groner Landstraße 27; 37081 Göttingen
Tel.: +49 (0) 551 485055; Mail: Jascha.Jennrich@leb.de