Dorfmoderation Südniedersachsen - Dorf ist nicht gleich Dorf, kurz DingDo

Modellprojekt zur Weiterentwicklung der niedersachsenweiten Qualifizierung

Dorfmoderation in der Modellregion Südniedersachsen

Viele Dörfer sind durch den demografischen Wandel von einer zunehmenden Abwanderung in die Städte betroffen. Folgeerscheinungen sind unter anderem der Leerstand und Verfall von Häusern, Einschränkungen in der Daseins-Vorsorge, Überalterung und ein allgemeiner Attraktivitätsverlust. Um diesen Veränderungsprozessen in den ländlichen Räumen zu begegnen, braucht es neue Impulse und neue Handlungsansätze. Hier kommen die Menschen vor Ort ins Spiel, die vielfältige Fähigkeiten und eine große Bereitschaft zum Engagement für ihr Dorf haben. In der Dorfmoderation, geht es darum, Akteure vor Ort zu befähigen, Veränderungsprozesse moderierend zu begleiten.

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Bildungsmaßnahme zur beruflichen Qualifizierung (BMQ) von Dorfmoderator*innen

Die Qualifizierungsmaßnahme „Dorfmoderation“ vermittelt Fähigkeiten zur Moderation und Begleitung von Prozessen und Projekten, die sich an den besonderen Rahmenbedingungen des ländlichen Raumes und den zumeist ehrenamtlichen Strukturen orientieren. Ziel ist die Verbesserung der Tragfähigkeit und Verstetigung von moderierten dörflichen Prozessen. Mit der neuen Förderperiode wird die Qualifizierung „Dorfmoderator/in BMQ Niedersachsen“ als ELER-Fördermaßnahme landesweit angeboten. Die Maßnahme richtet sich ebenso an Akteure, die in bestehenden Vereinsstrukturen oder auf dörflicher Ebene politisch tätig sind, wie an Bürger*innen, die sich für ihr Dorf oder ihre Gemeinde engagieren möchten.

Ansprechpartnerinnen für DingDo: Cornelia Lüer-Hempfing und Jascha Jennrich.

Studienerkenntnisse fließen in Qualifizierung ein

Dem Projekt ging eine wissenschaftlich begleitete Pilotstudie „Potenziale und Herausforderungen dörflicher Entwicklungsprozesse“ voraus, die im Zeitraum Oktober 2016 bis Mai 2017 sechszehn ausgewählte Dörfer aus den vier südniedersächsischen Landkreisen Northeim, Holzminden, Goslar und Göttingen auf ihre Potenziale und Herausforderungen hin untersuchte.

Ende Juni 2017 schloss das Modellprojekt  „Dorfmoderation Südniedersachsen –Dorf ist nicht gleich Dorf“ an, für die im Oktober dieses Jahres ein Abschlussbericht erwartet wird. An diesem Modellprojektnimmt die LEB gemeinsam mit der Freien Altenarbeit Göttingen e.V. (FAG, ein örtlicher Ausrichter der LEB) als Praxispartner teil. Dabei geht es um die Evaluierung und die praktische Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Pilotstudie, die jetzt in die niedersachsenweite Qualifizierung Dorfmoderation und in vertiefende Bildungsangeboteeinfließen.

Weitere Kooperationspartner sind auch hier die vier oben genannten Landkreise, wobei der Landkreis Göttingen als Projektträger fungiert. Die wissenschaftliche Begleitung wird vom Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) und der Fakultät Ressourcenmanagement der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) geleistet. Gefördert wird das Modellvorhaben durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.